Zur Zeit ist das Thema Kinderarmut in aller Munde bzw. es rauscht durch den Blätterwald. Das Problem der Kinderarmut besteht europaweit. So wurde zum Beispiel vom EKKJ (eidgenössische Kommission für Kinder und Jugendfragen) bestätigt, dass von den 210'000 Sozialhilfeempfänger in der Schweiz 100'000 unter 25 Jahre sind. Dazu kommt, das ein Drittel dieser Gruppe unter einer starken Verschuldung leidet. Als Grund werden Konsumkredite angegeben. Zudem ist die Arbeitslosenquote unter dieser Gruppe extrem hoch.
In Deutschland ist das Problem das selbe. Dort sind die Zahlen mittlerweile bei 5'000'000 Kinder welche in Armut leben müssen. Der gesunde Menschenverstand sagt uns, dass eigentlich die Politik bzw. der Staat gefordert sein müsste. Aber was macht der? Nicht viel. Es wird diskutiert und man wird schon eine Lösung finden. Wenn auch nicht in diesem und auch nicht im nächsten Jahr. Zumindest gibt man den Anschein das Problem erkannt zu haben und verspricht quer durch die Parteienlandschaft etwas dagegen zu unternehmen. Es sind ja schliesslich wieder Wahlen angesagt. Sowohl in Deutschland wie auch in der Schweiz.
Aber glauben Sie mir, geneigter Leser, es wird sich nichts tun. Weder in Deutschland noch in der Schweiz. Da die Regierungen damit beschäftigt sind ihren grosszügigen Wahlkampfspendern zu gefallen, hat die Kinder- und Familienpolitik keine Chance. Da geht es ja ums Geld ausgeben.
Nur mal so zum Vergleich. In Deutschland wird über ein Kindergeld von 140 Euro ( ca. 88 CHF) diskutiert. In der Schweiz hingegen über einheitliche Kinderzulagen in der Höhe von CHF 200 (ca. 130 Euro). Wobei anzumerken ist, dass diese Beträge in beiden Fällen nicht ausreichend sind da man die Lebenshaltungskosten beider Länder aufrechnen muss.
Anstatt etwas gegen die Kinderarmut zu unternehmen, glänzen unsere Regierungen mit Versprechungen, die sie erfahrungsgemäss niemals einlösen werden. Da werden in Deutschland bereits einige Klassen auf Hartz IV in der Schule vorbereitet. Einmal Looser, immer Looser. Diese Haltung löst in mir einen gewissen Reiz aus den ich hier nicht beschreiben möchte. Aber eines ist sicher: Ich kann nicht soviel essen wie ich kotzen könnte.
Unsere Kinder, welche bekanntlich unsere Zukunft sind, werden der globalisierten Marktwirtschaft geopfert. Wo soll das hinführen? Grundsätzlich sind genügend finanzielle Mittel vorhanden um die Kinderarmut wirkungsvoll zu bekämpfen. Es stünde einem Staat gut an, wenn er in die Zukunft (also in unsere Kinder) investieren würde. Aber was wird statt dessen getan? Man wirft Milliarden in Verteidigung und Militär. Deutschland muss ja unbedingt am Hindukusch verteidigt werden (die Schweiz macht sich diesbezüglich ja auch schon ihre Gedanken). Zudem sollten ja noch die Banken finanziert werden, welche bei der derzeitigen Bankenkrise ihr Geld verspekuliert haben. Ebenfalls müssen noch die 5% Bestverdiener mit einer Steuersenkung beglückt werden. Man hat dies ja vor der Wahl denjenigen Kreisen versprochen. Gegen geldgeile Politiker ist leider kein Kraut gewachsen. Daher fordere ich frei nach Grönemeyer: Kinder an die Macht, damit sich in Zukunft etwas ändern wird.
Kinder brauchen genügend gesundes und ausgewogenes Essen, eine gute und kosten neutrale Ausbildung, intakte Familienstrukturen um gedeihen zu können. Sorgen wir dafür, dass dies geschehen kann und wählen unsere unfähigen, wirtschaftshörigen Politiker ab.